Was ist eine Halswirbelsäuleninstabilität?

Wenn sich die Halswirbel über das normale Maß bewegen oder sogar verschieben oder wenn die Halswirbelsäule (HWS) durch eine Fehlstellung fixiert ist, kann eine  Halswirbelsäuleninstabilität vorliegen.

Die Halswirbelsäule ist relativ komplex aufgebaut. Sie besteht aus:

  • Sehnen
  • Bändern
  • Bandscheiben
  • Kapseln
  • Tiefen- und Oberflächenmuskulatur

Letztere ist vorrangig für die Bewegung zuständig, während die tieferen Muskeln eher  den Halt geben.

Es gibt ein unteres Kopfgelenk zwischen dem ersten und zweiten Halswirbel (Axis) und ein oberes Kopfgelenk zwischen dem ersten Halswirbel (Atlas) und dem Schädel. Liegt dort die Ursache, spricht man von einer Kopfgelenksinstabilität. Wie der Name schon suggeriert, erfolgen am Axis die wesentlichen Rotationen des Kopfes.

Die sehr bewegliche Halswirbelsäule trägt eine schwere Last, ihre Bänder, Kapseln und Sehnen sind zudem schlecht durchblutet, was die Heilung bei einer Schädigung erschwert. Erste Anzeichen einer sich entwickelnden Instabilität können knackende Geräusche im Halsbereich sein.

Ursachen einer HWS-Instabilität

Ein Schleudertrauma aufgrund eines Auto-, Sport- oder Haushaltsunfalls ist eine häufige und typische Ursache. Sogenannte iatrogene Manöver, wie sie in der Chiropraktik zur Anwendung kommen, oder eine Überstreckung im Zuge einer OP kommen ebenfalls infrage. Aber auch bestimmte Grunderkrankungen können zu einer HWS-Instabilität führen:

  • Genetisch bedingte Bindegewebsschwäche wie das Marfan- oder Ehlers-Danlos-Syndrom
  • Down-Syndrom oder Morbus Hurler
  • Systemisch entzündliche Krankheiten wie rheumatoide Arthritis
  • Chronische Infekte zum Beispiel durch Tuberkulose oder Borreliose
  • Maligne Erkrankungen wie Krebs
  • Operative Eingriffe beispielsweise bei Chiari-Malformationen

Häufige Symptome

  • Kopf- und Nackenschmerzen
  • Verspannungen mit Hartspann
  • Reiben und Knacken bei Bewegung
  • Vegetative Symptome wie Nervosität, Übelkeit, Durchfall, Hitze- und Kältewallungen
  • Schwindel oder Schwächegefühl
  • Atemaussetzer
  • Gedämpftes Hören (wie durch Watte) mit Frequenzverlusten
  • Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen oder Tinnitus
  • Hautveränderungen
  • Muskelabbau
  • Probleme beim Gehen
  • Brennende Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule und in jenen Regionen, die die Wirbelsäulennerven versorgen wie das Gesicht oder die Arme
  • Seh- und Fokussierungsstörungen, auch Schielen
  • Schmerzen insbesondere im unteren Rückenbereich
  • Einschränkungen im Körper- oder Raumgefühl, die rechte und linke Körperhälfte empfinden unterschiedlich
  • Zittern oder unwillkürliches Zucken
  • Pulsieren im ganzen Körper
  • Kollapsartige Zustände (drop attacks)
  • Mentale Veränderung wie Depersonalisierung oder Depression
  • Gefühlsstörungen, Kribbeln („Ameisenlaufen“), Taubheit oder Lähmungserscheinungen

Letzteres ist oft mit Störungen der Feinmotorik verbunden, wodurch der Betroffene Schwierigkeiten beim Greifen hat und oft etwas fallen lässt.

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