Therapie einer instabilen Halswirbelsäule

Generell gilt hier, dass jegliche ruckartigen Einrenk-Manöver bei der HWS kontraproduktiv sind. Sogar Maßnahmen zur Muskelentspannung werden zuweilen schlecht vertragen. Das hängt damit zusammen, dass Muskelverspannungen und
Gelenkblockaden Schutzmechanismen des Körpers sind, die die Instabilität
ausgleichen sollen.

Es ist stets sehr wichtig, zunächst abzuklären, dass ein Knochenbruch ausgeschlossen werden kann. Zudem müssen eventuelle Grunderkrankungen wie Rheuma, Hypermobilität oder EDS erst einmal erkannt werden.

Wenn eine Therapie zu starken Schmerzen führt, sollte sie abgebrochen werden. Prinzipiell wird aber empfohlen, die Tiefenmuskulatur zu stärken, ohne dabei die Oberflächenmuskulatur anzuspannen.

Konservative Therapien

Neurophysiologische Konzepte wie PNF oder die Vojta-Therapie kommen zum Beispiel bei Rückenmarkserkrankungen oder Schlaganfall zur Anwendung. Bei massiver Symptomatik hat sich die nächtliche Halskrause bewährt. Zur Stärkung der Kernmuskulatur eignen sich isometrische Übungen, Pilates, Bewegungsbäder oder Brunkow. Durch Taping können Schmerzen gelindert und die passive Stabilität sowie die Durchblutung verbessert werden.

Das Med-X-Training kann in schweren Fällen zu anstrengend sein.

In den Bereich Osteopathie gehört zum Beispiel die craniosakrale Therapie. Durch diese können Schmerzen gelindert und Fehlhaltungen korrigiert werden.

Als weitere Alternativen bieten sich auch noch die Mikronährstoff- und die Prolotherapie an.

Operative Eingriffe

Bei Verletzungen im Bereich der unteren HWS werden meistens anteriore Systeme (von vorne) verwendet. Operationen, die C0 einschließen, werden posteriorer (von hinten) durchgeführt. Dabei kommt sehr oft eine Kombination aus Platten und Schrauben zum Einsatz. Es gibt aber auch die minimal-invasive C0-C2 Versteifung, bei der ausschließlich Schrauben verwendet werden.