Beitrag von: Patrick Schulze

Die „Prolotherapie“ kann zur Anwendung kommen, wenn jemand unter schmerzhaften Gelenkbeschwerden leidet. Dabei wird der Organismus dazu stimuliert, die geschädigten Stellen an den Gelenken selbst zu reparieren. Dies steht ganz und gar im Gegensatz zu den rigorosen Methoden der Chirurgie oder der Kortisonüberflutung durch die Schulmedizin, die oftmals eher kontraproduktiv für den Heilungsprozess sind.

Erstmalig angewendet wurde die Methode bereits in den 1930er-Jahren im Rahmen der tiermedizinischen Behandlung von Pferden. Um ihre Beweglichkeit zu verbessern, wurde ihnen damals Phenol in die Bänder eingespritzt. Beim Menschen sind es aber Zuckerlösungen, die in ganz ähnlicher Weise zur Anwendung kommen.

Einsatzgebiete

Die Proliferationstherapie wird heute von vielen Orthopäden bei akuten und chronischen Gelenkbeschwerden, aber auch bei Sportverletzungen angewendet. Erfolge verspricht sie zum Beispiel bei:

  • Arthrose
  • Ellenbogenschmerzen
  • Knieschmerzen
  • Muskelverletzungen
  • Osteoporoseschäden an der Wirbelsäule
  • Rückenschmerzen
  • Schulterschmerzen

Die folgenden schulmedizinischen Verfahren können mithilfe der Prolotherapie möglicherweise umgangen oder zeitlich weit nach hinten verschoben werden:

  • Arthroskopie
  • Kortisontherapie
  • Ständige Einnahme nicht steroidaler Medikamente (NSAR) wie Aspirin, Diclofenac, Ibuprofen, Paracetamol
  • Therapien mit antiinflammatorischen (entzündungshemmenden) Medikamenten wie Kortison

Konzept und Durchführung

In chronischen Fällen ist es eher nicht ratsam, jegliche Entzündung einfach nur mit Gewalt „wegzudrücken“, denn unser Körper „denkt“ sich ja etwas dabei, wenn er eine Stelle zu einer Entzündung bringt. Dies kann als eine Vorstufe der Heilung gesehen werden. Diese Erkenntnis macht sich die Prolotherapie zunutze, indem sie ganz gezielt Entzündungen kontrolliert provoziert. Dies wird mit Injektionen bestimmter Wirkstoffe erreicht. Das wichtigste Agens ist hierbei Glukose. Sie bewirkt im Gewebe sowie in den Bändern einen Wasserentzug, der schließlich den erwünschten Entzündungsprozess herbeiführt. So zumindest die Theorie dazu.

Dieser Prozess soll dann in der Folge geradezu eine Wundheilungskaskade auslösen, die stets mit Kollagen-Neubildungen verbunden ist. Das sogleich schrumpfende Kollagen verdichtet die so behandelten Ligamente, die dadurch wieder belastbar werden.

Zur Anwendung kommt meistens eine 12,5-prozentige Glukose-Lösung, die mit einem Lokalanästhetikum wie Mepivacain oder Lidocain versetzt ist.

Dr. Klinghardt bevorzugt Procain (z.B. 1%, Steigerwald), weil Mepivacain einen Kreislaufkollaps auslösen kann, falls aus Versehen eine Vene getroffen wird. Beachten Sie dabei unbedingt, dass Durchstichflaschen bakterizide Zusatzstoffe enthalten, das ist gesetzlich so vorgeschrieben, stört aber bei dieser Therapie. Zusätzlich scheint Procain deutlich Vorteile gegenüber den anderen Lokalanästetika zu haben.

Als Trägersubstanz für die Präparate wird physiologische Kochsalzlösung verwendet, die zusätzlich oftmals noch diese Vitalstoffe und phytomedizinische Wirkstoffe enthält:

  • Traumeel/Zeel
  • Erycytol
  • MultivitB
  • Arthrokehlan
  • Deca-Durabolin
  • Selenit nach Dr. Thomas Rau
  • Kieferostitis Nosode

Dr. Klinghardt ergänzt das Mittel noch um Dimercaptopropansulfonsäure (DMPS) und um niedrig dosiertes Ozon, wie es auch von z.B. auch von Dr. Rau vorgeschlagen wird.

Beispiel Knie-Arthrose

Der Patient lässt sitzend den Unterschenkel locker hängen. Die Injektionsstelle befindet sich medial der Kniescheibe und wird zunächst markiert. Nach eingehender Desinfektion mit Betaisodona injiziert der Therapeut das Proliferol genau in den Gelenkspalt. Gut bewährt haben sich dazu die Nadeln von Braun im Format 0.5×40/25G. Gleich nach der Injektion sollte das Knie viel durch Gehen oder Spazieren bewegt werden.

Durch Osteoporose kommt es oft zu Wirbelbrüchen. In diesem Fall werden die Injektionen (bis zu 5 ml Proliferol) gefächert gesetzt, und zwar ins dorsal-interspinale Ligamentum. Auf diese Weise werden nicht nur alle Wirbelgelenke, sondern auch das Kreuzbein-Darmbein-Gelenk (Iliosakralgelenk) behandelt.

Während dieser Behandlung dürfen aber weder NSAR noch Kortikosteroide angewendet werden.

Die Erfolge sprechen für sich

Bei der Kniearthrose tritt eine Besserung oftmals schon nach drei Behandlungen ein, wobei aber meistens sechs Sitzungen vorgesehen sind. Der Heilungserfolg ist umso besser, je mehr von der Proliferol-Lösung tatsächlich an das geschwächte Gewebe gelangt.

Sowohl bei der Glukose als auch bei den Zusatzstoffen handelt es sich um biologisch und biochemisch unbedenkliche organische Substanzen, die ohnehin in unserem Organismus vorkommen.

Weiterführende Links:

https://www.prolotherapy.org

(Infos zu Dextrose Prolo, PRP und Stammzellentherapie auf Englisch)

https://www.getprolo.com

(Allgemeine Infos über Prolo und Liste der US-Therapeuten)

https://www.proliferationstherapie.de

(Liste der Therapeuten in Deutschland)

 

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